Ein Auszug aus dem Interview von Heike Enzian, erschienen am 31. Juli 2026, in der Ostthüringer Zeitung
Charlotte Strunk und Tina Reise sind Mitglieder in den kommunalen Gremien. Im Frühjahr 2024 wurden sie als Mitglieder des Stadtrates gewählt. Mit ihnen wurde das Gremium jünger und weiblicher. Die Frauen eint der Wille, das Leben in der Stadt und im Landkreis mitzugestalten, und ihre Liebe zur Heimat. Im Sommer-Interview blicken sie zurück auf die vergangenen zwölf Monate.
Die schwerste Entscheidung
„Für mich war die schwierigste Entscheidung die über die Zukunft der EVR“, sagt Tina Reise. Im Mai hatte der Stadtrat entschieden, die städtischen Anteile an der EVR an die TEAG zu übertragen. „Wir mussten viele Verträge durcharbeiten, es gab zusätzliche Termine und Beratungen. Obwohl wir gut eingebunden waren und ausführlich informiert wurden, war das ein Prozess, der viel Zeit gekostet hat.“ Für Charlotte Strunk waren zudem die Freigabe der Mittel für den Radweg von Teichel nach Teichröda und für die Dorferneuerung in Remda wichtige Entscheidungen. „Das stand ja auf der Kippe. Schön, dass das Geld dafür nun zur Verfügung steht.“
Erklären, woher und wofür welches Geld kommt
Mit den Menschen im Gespräch bleiben, Entscheidungen erklären, das liegt den jungen Frauen sehr am Herzen. „Viele verstehen nicht, woher Gelder für bestimmte Projekte kommen, warum für das eine Vorhaben die Mittel zur Verfügung stehen, für andere, vielleicht dringend erwünschte, nicht. Das ist selbst für uns manchmal schwer zu verstehen“, so Tina Reise. „Schön, dass das Geld für den Spielplatz unterhalb des Weinberges jetzt kommen soll“, ergänzt sie, verbunden mit der Hoffnung, „dass sich dann auch der Vandalismus dort wieder legt.“
Einig sind sich die Stadträtinnen in diesem Punkt: „Dass es wirklich schön ist in Rudolstadt. Für eine kleine Stadt haben wir sehr viel zu bieten.“ Auch, dass Rudolstadt jetzt eine Kulturpartnerschaft mit dem Burgenland hat, sehen sie als Gewinn.
Demografische Entwicklung und die Folgen
Beim Blick auf die demografische Entwicklung fragen sich die jungen Frauen: Wie gelingt es, junge Leute hierherzubekommen? Natürlich mit guten Jobs, aber auch mit einem guten Umfeld. Wohnungsbau, Innenstadt, Arbeitsplätze. „Wenn hier ein Thema im Stadtrat landet, dann sollte man da keine Steine in den Weg legen“, so Charlotte Strunk.
Den Austausch mit den Menschen suchen
Auch das ist ihnen wichtig: den Austausch mit den Menschen suchen. „Manches muss man probieren und da auch mal mutig sein. Wenn man nichts macht, ist es auch keine Lösung“, sagt Tina Reise.
Die nächsten großen Themen
„Bestenfalls stabilisiert sich die finanzielle Situation der Stadt, dann ist auch wieder Raum für Projekte“, so Tina Reise. Und Charlotte Strunk meint: „Mir gibt meine Community im Netz ein gutes Feedback über Themen, die gerade präsent sind. Ich freue mich, dass der Blick auch auf die Dörfer geht und sich dort etwas tut. Pläne für Windräder und Windvorranggebiete werden uns dort noch beschäftigen.“
Das vollständige Interview lesen Sie auf: www.otz.de/lokales/saalfeld-rudolstadt/